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Mal wieder gehäkelt

Nach langem habe ich mal wieder zur Wolle und der Häkelnadel gegriffen und lange, lange hat es gedauert, bis das Endprodukt fertig war. Es lag nicht an der Schwierigkeit sondern eher an meiner Langsamkeit und den Pausen zwischendurch. Aber nun ist er da, der Hase Langohr. So nenne ich ihn mal vorübergehen, bis Mütze ihm einen eigenen Namen geben kann. Ins Herz hat sie ihr neues Kuscheltier schon geschlossen.

Die Anleitung für diesen Hasen habe ich wieder aus dem Buch Gehäkelte Kuscheltiere auf Weltreise von Cendrine Armani. Vor langer Zeit habe ich mal dieses Wollige Getier und eine Katze im grünen Kleid daraus gehäkelt. Das Buch ist sehr süß und die Ideen basierend auf wenige Grundmuster sind herrlich kreativ. Aber ich muss sagen, es ist nichts für Anfänger. Denn an vielen Stellen muss man quasi um die Ecke denken oder sich die Anleitung richtig denken. (Ich vermute mal, dass es an der Übersetzung liegt.)  Ansonsten sind die Kuscheltiere gut zu machen und wunderbar zum Verschenken und Liebhaben.

 

Das heutige ehrenWORT lautet menschenleer und kommt von nähmarie. Das Foto ist mein Beitrag hierzu. Gerade morgens  sind die Spielplätze schön leer, so dass Mütze und ich alle Spielgeräte für uns allein haben, was auch mal ganz angenehm ist. An der Schaukel warten will schließlich erst gelernt sein und das üben wir dann am Nachmittag. Alle anderen Beiträge gibt es wie immer ab Montag im ehrenWORT-Blog.

Kürzlich war ich in dieser Ausstellung:

Fashioning fashion – Europäische Moden 1700 bis 1915

im Deutschen Historischen Museum in Berlin

Ich muss sagen, gleich in dem ersten Themenbereich der Ausstellung Mode – es folgten Textur, Forum und Dekoration – war ich sehr angetan. Die Schnitte, die Stoffe, die Präsentation haben ich mich gleich in ihren Bann gezogen. Und das will was heißen, denn Bücher mit alten Kleidern, geschichtliche Moderückblicke interessieren mich sonst garnicht. Aber so live… Am liebsten hätte ich gern jedes Kleid, die Stoffe berührt, sanft meine Finger darüber gleiten lassen, fühlen. (Ja, der Abstand ist gewahrt, man kommt nicht in Versuchung.) Ich konnte nicht glauben, dass dies tatsächlich historische Kleidungsstücke waren (bis auf wenige Aussnahmen, die mir aber nicht aufgefallen sind). Das Schöne an dieser Ausstellung war auch, dass man sich nicht mit anderen Besuchern um Texttafeln drängen musste. Am Eingang lagen Booklets bereit, in dem die einzelnen Ausstellungsstücke erläutert werden. Und die Puppen sind schön anzuschaun: Kunstvoll tragen sie Perücken aus Papier.

Unter dem obigen Link zur Ausstellung gibt es auch einen Film zu sehen, der den Aufbau der Ausstellung nebst einigen Ausstellungsstücke zeigt. (Komisch fand ich nur, dass die Damen beim Auspacken der Kleidung weiße Handschuhe tragen und beim Ankleiden der Puppen keine;  aber das nur am Rande. Was verstehe ich schon von Ausstellungsobjekten.)

Mütze war von der Ausstellung nicht wirklich angetan. Aber hey, die Alternative war, mit dem Helden im Foyer herumzulaufen und die anderen Besucher bzw. Museumsmitarbeiter anzulächeln.

Also, wer sich für Kleidung, Mode, Design, Stoffe, Textilien, Handarbeiten, Schnitte und für das Drunter interessiert, dem kann ich diese Ausstellung nur wärmstens empfehlen. Die Ausstellung geht übrigens noch bis zum 29. Juli 2012.

Heute folgt, wie gestern versprochen, die Vorderseite dieses Buches:

Ich habe es vor vielen Jahren beim Stöbern mal im Bücherbogen* entdeckt und mich sofort verkuckt. anders als die andern. Textilien umgestalten ist von der Textildesignerin Anne Hubert und im Haupt Verlag erschienen. Die vorgestellten Ideen sind meist einfach aber für mich sehr originell. Sie kommen schlicht daher und verleihen einem Kleidungsstück oder Heimtextilien eine ganz eigene Note. Es geht darum, vorhandenes einzigartig aufzupeppen, anders eben. Das Buch ist eine wahre Inspirationsquelle. Frau oder auch man muss allerdings einiges an Näherfahrung mitbringen, um dann aus den Ideen sein eigenes Ding zu machen. Wer mehr von Anne Hubert sehen möchte, klickt sich einfach HIER hin.

* Die Buchhandlung in Berlin ist auf die Themen Architektur, Kunst, Foto, Film und Design spezialisiert – ein Muss für Buchbegeisterte und Bildbandliebhaber. Zudem ist das Geschäft am Savignyplatz direkt unter der S-Bahn, was auch nochmal einen ganz besonderen Charme hat. Den Bücherbogen gab es schon, als ich dort Anfang der 90er mal regelmäßig vorbei musste. Ihn gibt es aber sicher schon viel, viel länger.

Ich habe lange, lange überlegt. Diese Woche war es besonders herausfordernd, das oben genannte Thema von Nic. Dann kamen mir ganz, ganz alte Bilder aus meinem Archiv in den Sinn. Doch nochmal drüber schlafen… Nein, das war irgendwie noch nicht das Passende. Also am nächsten Tag nochmal überlegt, wieder über ANDERS nachgedacht…

Dasmm fiel mir das Buch anders als die andern. Textilien umgestalten, das in meinem Regal steht, ein. Das ist es, dachte ich mir, und hielt es mir vors Gesicht, die Kamera bereit und auf Selbstauslöser gedrückt. Einige Versuche habe ich gemacht, mal mit dem vorderen und mal mit dem rückseitigen Buchdeckel. Die Rückseite hat dann ‘gewonnen’. Ihr bekommt aber auch die Vorderseite zu sehen – im morigen Beitrag, wenn Ihr mögt. Dann auch ein paar Worte mehr zum Buch. Das obige Foto zeigt mich vor vielen, vielen, vielen Jahren. Da fand ich Mottopartys – hier die 70er – noch witzig. Heute kann ich dem, ehrlich gesagt, nichts mehr abgewinnen. Doch das Foto mag ich gern, weil es für mich fröhlich, leicht und spaßig ist. Es passt für mich auch ganz gut zum Thema, denn wer mich heute kennt, kann sich kaum vorstellen, dass ich auch anders - also so - kann. Nun aber genug geplaudert, bin ich sehr gespannt, was sich die anderen so haben einfallen lassen. Schaut doch auch: HIER

- Samstag -

“Ganz schön unübersichtlich hier,” findet eine Gruppe von Männern in gelb-schwarzen T-Shirts mit ebensolchen Schals, als sie in der S-Bahn vor dem Plan des Berliner Liniennetzes der Öffentlichen Verkehrsbetriebe steht. Vom Bahnhof Zoo finden die Herren, es scheinen Fans zu sein, dennoch ihren Weg zum (Schloß) Bellevue, wo sie meinem Blick entschwinden.

In der Nacht ein Feuerwerk, zumindest hört es sich so an. Erinnerung: Als ich einst im Dachgeschoss wohnte, mit Blick in die Weite eines Tals, da sah ich des Sommers oft die Funken sprühen, knallende Lichter in der Dunkelheit. Wie wäre mein Leben, wenn ich dort noch leben würde?… Punkt.

- Sonntag -

Das Muttertier in mir meldet sich, weist zurecht. Zurecht? Zu unrecht? Verhandlungssache?

“Ich kann auch anders.” Diesen Satz habe ich immer wieder in meinem Kopf. Ein Fotothema. Bilder finden für das Andere. Was ist anders?

Halb vier. Nachmittags. Mit dem Auto Seitenverkehrt parken. Cappuccino darin trinken. Pause, die möglich ist, weil Mütze eingeschlafen ist. Sie selbst hat die Pause nach dem Besuch bei den Großeltern und mit der quirligen Cousine nötig. Für die Eltern: Ein Moment voller Sein, nichts tun, nichts denken, nichts beobachten, vom schlafenden Kind verzaubert.

Väter spielen mit den Kindern. Es ist Muttertag. Ab nächstem Jahr gehöre ich wohl auch dazu. Ob ich dann auch allein zu Hause bleibe und Mütze mit ihrem Vater zu den anderen Vätern lasse?

Autoreifen quietschen. Ab gehts. Eine Frau rennt auf die Straße, um sich das Nummernschild zu merken. Blechschaden beim Ausparken. Eine Familie in Aufruhr. Die Jungs sind aufgeregt. Die Polizei wird gerufen. Das große Mädchen spielt weiter mit dem kleinen Mädchen.

“Er ist da, aber selten,” sagt die hochschwangere Frau zu ihrer Freundin.

- Montag -

Für das erwähnte Fotothema habe ich nun im Archiv gewühlt, nach der passenden Kombination gesucht. (Ein Diptychon soll es werden.) Plötzlich gefangen im Sog der Erinnerungen. Alles noch vor der Dachgeschosswohnung. Man war ich damals jung. Meine Augen leuchteten schwermütig. Mich selbst eingeengt? Fragenstrudel… Ich lasse es. Gute Nacht. Punkt. Doch in der Nacht kommen die Träume, begleiten mich in den Tag. Aber geweckt werde ich von einem Lächeln. Herzerwärmend.

Ein wirklich, wirklich spannender Workshop hat seine Fühler nach mir ausgestreckt. Ob sich da was machen lässt? Oder doch zum Geburtstag der Oma, die voraussetzt, dass ich komme, mich aber noch nicht eingeladen hat?

Eine ganz andere Einladung flatterte ins Mailpostfach. Ich stehe auf einem Verteiler, der so etwas verschickt. Eine Autorin liest aus ihrem jüngsten Buch. Ganz ehrlich: Interessiert mich überhaupt nicht. Aber gehe ich hin? Sie wird nicht mit mir rechnen. Ob sie mich überhaupt wiedererkennen wird?

Er hält kurz inne, bleibt mit dem Kinderwagen, in dem das Baby schläft, stehen. “Eine gewisse Ähnlichkeit besteht,” sagt er seinem Handy. “Ich sah als Kind auch so aus.” Was das Handy wohl erwidert hat? Die Kirchenglocken läuten.

Einkaufen

Heute habe ich wieder meine übliche Einkaufsrunde gedreht. Dabei hatte ich aber dummerweise meinen Einkaufsbeutel vergessen. (Nicht dass ich davon nicht genug hätte.) Aber dann erinnerte ich mich an einen kürzlich gelesenen Beitrag und kaufte diesen schönen grünen Stoffbeutel (in rosa/pink gibt es ihn auch). Doch warum erzähle ich Euch das? Dann schaut Euch selbst diesen Beitrag manomama – Sina bringt es wieder heim an, ein kurzer Film, hier im Blog jazzlounge von Johannes; die Geschichte hinter dieser Tasche…

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